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Schon recht früh entdeckte ich die Tusche- und Federzeichnung als geeignetes Mittel, um meine Hand immer genauer nach meinen Vorstellungen zu führen und somit meinem Innerem Ausdruck zu verleihen.

Später entstanden – recht stark durch Salvador Dalí geprägt – in einem Zeitraum von über zwei Jahrzehnten etwa 300 surrealistische Blätter, Graphiken sowie an die 400 Ölgemälde in der Stilrichtung des Surrealismus.

Im Gegensatz zur Rasterung in Quadraten, die in unserer digitalisierten Welt wesentlich geworden ist und malerisch sehr ansprechend von Chuck Close umgesetzt wurde, ist für mich seit einigen Jahren die Kreisform wichtig geworden. Dabei interessiert mich vor allem der Freiraum zwischen den Kreisen: der Raum, der entsteht, wenn sich drei Kreise aneinanderfügen und berühren. Die Unendlichkeit nach Innen – die mir als Kind innerhalb des quadratischen Denkens nicht nachvollziehbar erschien – hat sich mir nun erschlossen: Wenn ich in einen Freiraum zwischen drei Kreisen erneut einen Kreis einpasse, erhalte ich gleich drei neue Freiräume. So geht das endlos weiter – ein tatsächliches mögliches Ende erscheint nie. Gleichzeitig fasziniert mich dabei, dass ein solcher Freiraum genau den Winkeln sogenannter Zugdreiecke entspricht, die in unserer natürlichen Umwelt eine große Rolle spielen, wie es die heutige Bionik zu berichten weiß. Selbst im "absterbenden Zustand", im Verfall – falls man das überhaupt noch so nennen will –, kann man heute die fortlaufende Bildung jener Zugdreiecke nachweisen. Sogar wenn ich ein Blatt zerreiße, bilden sich entlang der Ränder dieses Verrisses kleinste Zugdreiecke, sichtbar unter dem Mikroskop. Auch an jedem Baum genau an der Rundung des Übergangs zwischen Stamm und Wurzel können wir sie finden. Diese Form ist wesentlich für die Stabilität des ganzen Baumes. Sogar in unseren Händen finden wir, in gespreiztem Zustand, einen solchen Winkel: genau zwischen Daumen und Zeigefinger.

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Wesentlich ist für mich nicht was vor meinem Auge liegt,

sondern die Art des Blickes und die Aufmerksamkeit mit der ich mich ihm zuwende. 

Es ist eine Frage von Abstand und Blickwinkel,

die unsere Sicht auf die Dinge - interessanter macht.